Wärme- und Kältebehandlung | Was ist zu beachten?

Jeder, der schon mal Schmerzen hatte, kennt die kurzfristige und wohltuende Linderung dieser durch Wärmebehandlung. Bei Menstruationsbeschwerden beispielsweise tut eine Wärmflasche gut, die Schmerzen verschwinden schnell wieder. Dass diese Art der Behandlung insbesondere bei langanhaltenden und wiederkehrenden Schmerzen nicht sinnvoll ist, versuchen wir im folgenden Artikel zu erklären. Wann sollte ich Verletzungen kühlen, wann und wie setze ich Wärme ein? Auch hierauf versuchen wir Antworten zu geben.

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Welche Verletzungen sollte man mit Wärme behandeln?

Im FDM benutzt man die Wärme-Therapie nur bei einem Problem und zwar bei Gelenksteifigkeit. Hier handelt es sich um mangelnde Gleitfähigkeit der glatten Faszie im Gelenk. Wir sprechen hierbei von einer tektonischen Fixation. Mit einer speziellen Technik versuchen wir, die alte, zähe Gelenkflüssigkeit innerhalb der Gelenkkapseln durch Mobilisation mit frischer, neuer Flüssigkeit  zu ersetzen. Zusätzlich machen wir uns die Wärmetherapie, die dafür sorgt, dass mehr Flüssigkeit ins Gewebe kommt, zu nutze. Wärme ist hier sehr effektiv.

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Wie lange und wie oft darf man mit Wärme behandeln?

Bei einer Gelenkproblematik (tektonische Fixation) kann man beliebig oft mit Wärme in Form von Fango, UV Licht, Rotlicht, Heizkissen oder Wärmflaschen arbeiten. Wichtig ist, dass es bei Wärme bleibt und es nicht zu Hitze wird.

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Welche Verletzungen sollte man lieber mit Kälte behandeln?

Instinktiv wird – denke ich – kaum jemand, der frisch verletzt ist, sich auf eine schöne Wärmepackung legen wollen. Immer da, wo ein Entzündungsprozess stattfindet, hat man generell das Verlangen nach Kühlung. An den Stellen, wo eine Entzündung stattfindet, sollte man tendenziell lieber kühlen, aber nicht unterkühlen.

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Was ist bei der Behandlung mit Kälte zu beachten?

Trockene Kompressen eignen sich sehr gut in Kombination mit Gelpads. Die Kompresse bei gefrorenen Gelpads immer zwischen Haut und Gelpad legen,  da man sonst Gefrierbrand riskiert. Wenn man z.B. mit Quark kühlen möchte, empfiehlt sich eine nasse Kompresse, die mit Quark bestrichen und um das zu kühlende Hautareal gewickelt wird. Achtung: Verbrennungen oder Sonnenbrand besser nicht mit Quark kühlen, da die enthaltenen Milchsäurebakterien den Keimen einen Nährboden bieten können und Entzündungen somit noch verschlimmern können.

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Was kann passieren, wenn man Verletzungen falsch behandelt?

Wenn man Wärme auf behandeltes, geschwollenes oder verletztes Gewebe legt, wird die Durchblutung gesteigert und das fördert die Verklebung der Gewebsschichten der verschiedenen Faszienarten. Verklebungen verursachen Schmerzen und Störungen. Kälte hingegen verengt die Blutgefäße, Schwellungen und Blutungen werden gestoppt. Darum bei Verletzungen bitte mit Kälte und Bewegung behandeln.

Diejenigen, die häufig und gern mit Wärme arbeiten, sind verspannte Menschen mit Beschwerden am Rücken. Kurzzeitig bringt es durch die Hyperämisierung eine angenehme Situation, auf lange Zeit allerdings angewandt ist die Wärmetherapie unproduktiv und führt zu wenig Erfolg, die Beschwerden können sogar zunehmen. Das hat einen ähnlichen, kurzweiligen Effekt wie eine zu kräftige Massage. Der Kern der Schmerzen sitzt nämlich nicht in verspannten Muskeln, sondern an einer verklebten Situation auf einer sehr oberflächlichen Faszienebene. Sollte sie immer mehr durch Wärme gefüttert werden, stempelt man die Schmerzen irgendwann als chronisch ab. Diese Faszienebene wird durch Wärme von Wasser überflutet und dieses Wasser, welches ins Gewebe kommt, sorgt noch mehr für Verklebungen und somit für noch mehr Schmerz. Wir empfehlen Wechselduschen nach Kneipp.

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Welche Aussage hört man von Patienten immer wieder?

„Was? Nicht mehr mit Wärme behandeln? Bis jetzt hat Wärme mir immer gut geholfen!“ Die kurzzeitige Mehrdurchblutung gibt meist ein angenehmes Gefühl, aber trotzdem kommen die Schmerzen immer und immer wieder zurück. Denn Wärmetherapie führt zu einer überschießenden Aktivität der Fibroplasten. Die Fibroplasten-Hyperaktivität führt dazu, dass das Gewebe schneller zusammenklebt und vernarbt.

Nach einer FDM Behandlung ist deshalb von einer Wärmetherapie abzuraten, da das Gewebe Zeit braucht, um zu verheilen. Das Gewebe sollte besser mit großen Bewegungen aus dem Mobility Training unterstützt werden.

Eure Jenny & Eygló

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Beitragsbild: thommas68/Pixabay

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